Berechnung: Eine Berechnung ist eine Prozedur, durch welche schrittweise eine Form in eine andere verwandelt wird.
Deduktion: Begriff der Wissenschaftstheorie für ein bestimmtes Verhältnis von Theoriebildung und Beobachtungsdaten. Allgemein das Herleiten des Besonderem aus dem Allgemeinen. Gemeint sind Methoden, mittels logischer Schlußregeln aus vorausgesetzten, elementaren, validen Sätzen (Axiomen) kompliziertere oder für besondere Fälle gültige Sätze abzuleiten
Empirische Sozialforschung:
Empirische Sozialforschung ist die Untersuchung sozialer Phänomene mittels analytischer Methoden (siehe auch die Definition von Luhmann)
Figuration: Aufeinander ausgerichtete abhängige Menschen bilden Figurationen. Menschen leben immer in Figurationen
Holismus: "Ganzheitslehre", der Anspruch verschiedener sozialwiswissenschaftlicher Theorien, mit ihren Aussagensystemen die Ganzheit eines problematisierten Realitätsbereiches erfassen und erklären zu können. Soziale Gebilde, Gruppen usw. seien mehr als die Summe ihrer Teile (der Mitglieder, Einzelbeziehungen). Das Einzelne würde wohl entscheidend durch die individuelle Natur der einzelnen Teile bestimmt, aber die spezifische z. B. geschichtlich oder regionale Individualität der Konfiguration der Teile zueinander wirke selbständig auf den Zusammenhang der Teile und damit auf die einzelnen Teile als besondere Qualität zurück
Homo Oeconomicus: Homo Oeconomicus ist der idealisierte "Mensch", der - bei gegebener Präferenzordnung, bei vollkommener Informatiertheit und vollkommener Vorraussicht - mit dem Ziel individueller Nutzenmaximierung seine Kauf- und Verkaufs-, Produktions- und Konsumtionsentscheidungen rational trifft
Homo Sociologicus: Ansätze den sozialisierten Menschen als Inhaber vorgegebener sozialer Positionen und als fremdgesteuerter "Spieler" positionsgebundener Rollen auffaßt. Die soziokulturelle Persönlichkeit erscheint damit als eine jeweils bestimmte Kombination sozialer Rollen, unter weitgehendem Verlust eigener Individualität, Freiheit und Autonomie
Idiographisch: Meint Ereigniswissenschaften, die das Einzelne und Konkrete in geschichtlich bestimmter Gestalt untersuchen
Individualismus: Eine grundlegende Auffassung, die das Individuum in den Mittelpunkt stellt. Der soziologische Individualismus (Atomismus) analysiert Vorgänge oder Gebilde als bloße Wechselwirkungen aufeinander einwirkender Individuen und leugnet die Existenz sozialer "Tatsachen"
Induktion: Begriff der Wissenschaftstheorie für ein bestimmtes Verhältnis von Theoriebildung und Beobachtungsdaten. Allgemein das Herleiten von Regeln (Gesetz, Hypothese) aus erfahrbaren Einzelfällen der Realität. Heutzutage wird diese Methode zur Begründung und Bewährung theoretischer Aussagen durch die Überprüfung von betreffenden Einzelfällen in der Wirklichkeit benutzt
Interdependenz: Gegenseitige Abhängigkeit
Kalkül: Ein Kalkül ist ein System von Konstruktionen und Konventionen, welches Berechnungen erlaubt.
Konstruktivismus: Der Realismus glaubt an die Realität der Außenwelt, der Konstruktivismus hält sie für ein Produkt unseres Wahrnehmungsvermögens
Methodologie: Sie ist die Lehre von den Prinzipien, allgemeinen Regeln und Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens bzw. Forschens
Neopositivismus: Logischer Empirismus; alle Teile sinnvoller Sätze müssen in induktiver Weise auf das in der Erfahrung unmittelbar Gegebene zurückgeführt werden können, das in sogenannten Elementar- bzw. Protokollsätzen zum Ausdruck kommt
Nomothetisch: Meint Gesetzeswissenschaften, die das Allgemeine und Gesetzmäßige des Geschehens erforschen
Ontologie: Die Lehre vom Sein, von den Ordnungs-, Begriffs- und Wesensbestimmungen des Seienden
Physikalismus: Angestrebt wird eine Einheit von Natur- und Sozialwissenschaften. Nur die physikalische Sprache erfüllt die Bedingung der Intersubjektivität
Psychogenese: Transformation der Persönlichkeitsstrukturen
Soziale Rolle: Ein zentraler Grundbegriff, der allgemein die Summe der Erwartungen und Ansprüche von Handlungspartnern, einer Gruppe, umfassenderer sozialer Beziehungsbereiche oder der gesamten Gesellschaft an das Verhalten und das äußere Erscheinungsbild des Inhabers einer sozialen Position bezeichnet
Soziogenese: Transformation der Gesellschaftsstrukturen
Soziologie: Sie ist eine selbständige Einzelwissenschaft, die als Sozialwissenschaft auf die empirisch-theoretische Erforschung des sozialen Verhaltens, der sozialen Gebilde, Strukturen und Prozesse ausgerichtet ist
Soziologische Theorien: Unterschiedlich fundierte, ausgerichtete und entfaltete Aussagensysteme mit hohem Allgemeinheitsgrad und oft auch auf hohem Abstraktionsniveau, die sich mit ihrem umfangreichen Objektbereich auf soziokultuerelle Verflechtungszusammenhänge, Strukturen, Prozesse und soziales Verhalten beziehen. Norbert Elias: Soziologische Theorien sind valide Aussagesätze über die Eigentümlichkeiten, die alle möglichen menschlichen Gesellschaften miteinander gemeinsam haben
Spezielle Soziologien: In den speziellen Soziologien werden die Sätze und Aussagen der allgemeinen Soziologie (mit ihren allgemeinen Aussagen) auf bestimmte gesellschaftliche Bereiche angewendet.
Wissenschaftstheorie der Sozialwissenschaften: Die Wissenschaftstheorie (Epistemologie) als ein Zweig der Wissenschaftslehre hat mit der logischen Rechtfertigung wissenschaftlicher Aussagen zu tun. Im allgemeinen werden in der Epistemologie der Sozialwissenschaften dichotom aufgefaßte Begriffspaare einander gegenübergestellt, mit denen zumeist auch bestimmte forschungstechnische Orientierungen verknüpft sind: Quantitativ-erklärende und qualitativ-verstehende Sozialwissenschaft, Holismus und Individualismus etc.